Der klare Blick in der Krise

Unsere neue Reihe „Salon-Gedanken zur Corona-Krise“

Angst – ein großer Stressfaktor und ein hilfreicher Begleiter!

„Wo die Angst ist, da ist der Weg“

Angst gehört zu den Urphänomenen des Menschseins. Jeder Mensch hat sie schon einmal erfahren und jeder kennt das Gefühl, wenn der Körper in eine unbehagliche Spannung gerät. Das Herz beginnt zu rasen, der Atem stockt, man ist wie gelähmt.

Dies sind ganz natürliche Symptome, die uns zum schnellen Handeln auffordern. Denken Sie dabei an die Kampf- und Fluchtreaktionen. Angst bringt uns aus einem relativ entspannten Zustand der gewohnten Bahnen in einen Zustand der Erregung, bereit, gegen die Gefahr oder Ungewissheit zu kämpfen oder vor ihr zu fliehen.

Den Menschen jedoch, die subjektiv unter ständigen Ängsten leiden, droht objektiv keine unmittelbare, physische Gefahr. Sie erzeugen diese Angst unbewusst selbst, und zwar durch ihre Vorstellungskraft. Wenn z.B. ihre Sorgen und Ängste um die Zukunft übermächtig werden, entstehen Ängste, die sogar in chronische, bzw. krankhafte Angstzustände ausarten können.

Meist sind es hier Verlustängste. Diese Menschen haben Angst, dass sie etwas verlieren oder dass ihnen etwas genommen wird, abhanden kommt: die Existenz, der Arbeitsplatz, das Leben, die Gesundheit, einen nahestehenden Menschen, das Geld, der Ruf, das Ansehen, die Macht oder der Einfluss.

Wird man sich den eigenen Ängsten bewusst, verdrängt sie nicht, sondern nimmt sie als das wahr, was sie wirklich sind, dann sind sie eine große Chance zur Weiterentwicklung. Geht man ganz bewusst durch die Angst hindurch, kann sie sogar ein guter Freund werden.

Sie wissen es bestimmt genauso gut wie wir, dass Angst eine unserer Basisemotionen ist und sie zu unserem Leben gehört. Viele Menschen fürchten sich vor unbekannten Situationen, vor Veränderungen, Prüfungen, Autoritäten, usw. oder davor, schwierigen Anforderungen oder Herausforderungen nicht gerecht zu werden und zu versagen.

Wenn Ängste sich wie eine schwere Last anfühlen, erzeugen sie Spannungen, die unbedingt abgebaut werden müssen. Tut man das nicht, äußern sich diese in Aggressionen, Wut, Hass, Dominanz oder körperlichen Symptomen wie z.B. physisches und psychisches Unbehagen, Magenprobleme, Bluthochdruck, u.v.m. Hier an diesem Punkt wird man zum Nachdenken und Handeln aufgefordert, damit diese Symptome schnellstens abgebaut werden können.

Fast jeder Mensch war bisher durch berufliche Überforderung, Zeitdruck und Konkurrenzkampf sehr belastet, Aufreibend und hektisch erlebt er den Berufsalltag, was sich auch ins Privatleben überträgt. Das wird jetzt durch diese aktuelle Krise und den damit verbundenen Problemen auf eine neue Weise weiter angetrieben. Dieser toxische Stress nimmt Freude an der Arbeit und animiert nicht zu Herausforderungen und zu Kreativität. Im Gegenteil, diese Angst lähmt! Das gilt auch und gerade in Krisen.

Was ist hier zu tun, um trotz der besonders herausfordernden, schwierigen Corona-Situation das Leben wieder in einem positiven Licht wahrzunehmen?

Wir geben keine Ratschläge über gewisse Abläufe im (Unternehmens-)Alltag, aber einige Gedanken möchten wir trotzdem gerne loswerden:

Es ist sicher nicht unbekannt, dass in sehr vielen Unternehmen, Einrichtungen und in persönlichen Lebensbereichen die Angst gerade sehr präsent ist, eine negative Qualität der Angst, die das ganze interne Klima belasten kann.

Doch so schlimm es auch sein und so banal es vielleicht klingen mag, „wo die Angst ist, ist der Weg“. Hier sind jetzt allein neue Sichtweisen und Einstellungsänderungen gefragt. Erst daraus resultieren wieder neue Perspektiven und Möglichkeiten.

Was ist zu tun? Es ist ein erster, achtsamer Schritt notwendig. Stellen Sie sich der Angst und gehen Sie auf sie zu! Wenn ein Mensch der Angst ins Gesicht schaut und dabei aktiv handelt, erlangt er die Kontrolle über dieses emotionale Gefühl und sie wird sich so auflösen. Es bleibt dabei nicht aus, dass sich das oft verloren gegangene Selbstvertrauen wiederfindet.

Der leistungsbezogene Alltag und auch die Krise selbst erfordern unsere ganze Energie. Sie fordert aber auch zugleich auf, mit ihr hauszuhalten, um ständige Überforderungen zu vermeiden. Sorgen Sie daher dafür, dass Sie sich mit Ihrer Angst auseinandersetzen, denn angestaut richtet sie langfristig große Schäden an.

Denken Sie immer daran: Nur was Sie kennen, können Sie verändern!

Wir wünschen Ihnen dabei die Energie, dass Sie erkennen, dass der richtige Umgang mit der Angst Sie in bedrohlichen Situationen schützen kann. Sie kann aber auch ein Freund und Begleiter Ihres Lebens sein.

Wir freuen uns, wenn Sie in der nächsten Woche unser zweites Thema interessiert:

Die Sprache des Herzens – eine starke Kraft!

Das Know-how, das wir jetzt in dieser Krise und für die Zukunft als Know-how so sehr brauchen, ist ein ganz neues Verständnis von Emotionen!