Emotionalisierung

Emotionalisierung

Die Sprache des Herzens – Eine starke Kraft

Was wir alle so sehr brauchen, ist ein ganz neues Verständnis von Emotionen!

So ist das System: Ein dressierter Verstand, bzw. die Ratio geht alleine zur Arbeit. Es erwartet keinen Menschen, aber eine funktionierende Maschine.

Denken wir hier etwas weiter, stellt sich die brennende Frage:

„Warum spalten sich Menschen selbst in Kopf und Herz, und warum beansprucht das System nur den Kopf?“

Es kommt mehr darauf an, dass wir uns emotional öffnen und die Brücke betreten, die zum Menschen führt. Hier geht es darum, sich selber und die anderen besser zu verstehen.

Schon Jahrtausende ist unsere Kultur durch die Gewissheit geprägt, dass die Sprache des Herzens die Sprache der Liebe ist. Oft aber ist sie auch durch das Verdrängen ein Ausdruck des Unbehagens unserer Leistungsgesellschaft.

In einer von Stress, Eile, Hetze, Zeitdruck und Effizienz geprägten Gesellschaft wird den Emotionen sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Emotionale Impulse werden zurückgedrängt und so zum Leitbild vieler Menschen.

Unabhängig von beruflichen und gesellschaftlichen Spielregeln ist es wünschenswert, dass der Mensch zu der Freiheit gelangt, seine Persönlichkeit auch emotional ausleben zu können. Hören wir hier genauer hin, sagt uns die Stimme unseres Herzens, was uns überhaupt am Herzen liegt.

Der größte Wunsch eines Individuums ist daher, ernstgenommen und wertgeschätzt zu werden, besonders in seiner Gefühlswelt und den erbrachten Leistungen am Arbeitsplatz. Tja, aber wo und wie finden Führungskräfte und ihre Mitarbeiter diesen Raum dazu? Vorab ist zu erkennen, dass sehr viele Menschen in der heutigen Zeit sehr orientierungslos sind und daher auf der Suche nach ihrem wahren Ich.

Hier ist zu berücksichtigen, dass das Erleben eines Menschen zu einem wesentlichen Teil über die Wahrnehmung von Polaritäten erfolgt. Z.b. könnten wir nicht von „hell“ reden, wenn es nicht auch „dunkel“ gäbe. Wir würden nicht von „rechts“ reden, gäbe es nicht auch „links“, usw. Gleiches gilt auch für unsere Emotionen, z.B. Angst charakterisiert den Mut, Hass das gegensätzliche Gefühl der Liebe.

Jeder gesunde Mensch verfügt über diese natürlichen Ressourcen der Gefühle. Er kann auf ganz bestimmte Situationen mit den angemessenen reagieren. Unser ganzer Organismus ist durchlässig für Gefühle, er setzt sie um und macht uns handlungsbereit.

Führungskräfte sind davon nicht sehr begeistert. Sie können nicht verstehen, dass ihre Emotionen ihren Kopf und ihren Körper beherrschen. Der maßvolle Umgang mit ihnen braucht keine Zensur. Gefragt sind daher heute intelligente und emotionale Botschaften, die Menschen berühren, öffnen und motivieren.

Somit ist „strategisch geformte Emotionalität“ eine der allerwichtigsten Führungstugenden. Werden diese Energien tabuisiert, können wir ihren Einfluss im Unternehmen nicht erkennen. Es ist also dringend an der Zeit, auch die persönliche, emotionale Verantwortungsbereitschaft gegenüber sich selbst und seinen Mitarbeitern zu trainieren.

Im persönlichen und unternehmerischen Leben, da wo Menschen sich begegnen, bewirken Stimmungen, Gefühle und Gedanken den Alltag. Hier sind Fähigkeiten gefragt, die Emotionen dieser Menschen aufzuschlüsseln.

Ein souveränes Unternehmen definiert sich daher immer wieder neu. Seine Führungspersönlichkeiten wissen, oder sollten es dringend lernen, dass sie es sich in der heutigen Zeit nicht mehr leisten können, die „Kopf-Herz-Ebene“ zu ignorieren. Sie wissen auch, dass sich ein gutes Team nur auf dieser Ebene bilden kann.

Emotionen sind der Antriebsmotor für Begeisterung, Identifikation, Kreativität und Motivation. Machen wir die Emotionalisierung in der Wirtschaft „salonfähig“, erkennen wir schnell, dass das schon lange überfällig war.

Wenn die emotionale Hälfte, die uns neben der Ratio ebenso als Menschen ausmacht und diese unweigerlich zu uns gehört, immer umgangen, verdeckt und abgetrennt wird, ist das letztlich sehr kontraproduktiv für ein Unternehmen – und sehr schädlich für die Gesundheit.

Warum also nur halbe Menschen beschäftigen?

Für Ihr Interesse herzlichen Dank. Unser Thema in der nächsten Woche lautet:

„Mitarbeiter – das Aushängeschild eines Unternehmens“