Kinder & Werte

Unsere Gedanken anlässlich des schlimmen Vorfalls in Lünen…

Was brauchen Kinder, um groß zu werden?

„Bewegt ihre Herzen, dann bewegen sie die Welt“

Wo sind die Vorbilder, die Kindern Werte vermitteln?

Zahlreiche Berichte in Presse und Fernsehen haben in der jüngeren Vergangenheit immer wieder auf die oft schwere Lebenssituation unserer Kinder aufmerksam gemacht. Vor allem erschütterte uns in diesem Zusammenhang besonders die Zunahme von Gewalt an Kindern.

Erschreckend sind auch die Krankheits- und Stresssymptome, die bedingt durch den hohen Medienverbrauch, das Desinteresse von Eltern, Gesellschaft und Politik und durch den enormen Verlust an Fantasie und Kreativität zu verzeichnen sind.

Als Erwachsene müssen wir uns für die Entwicklung unserer Kinder einsetzen, damit ihre individuelle Lebensbalance gewährleistet ist. Eine intensive Kommunikation zwischen Eltern, Erziehern und Kindern ist daher unerlässlich. Realitätsbezogene Aufklärung, elterliche Zuwendung und Zuneigung sind daher eine gesunde Basis, unsere Kinder zu selbstbewussten Menschen zu erziehen.

Sind Eltern und Erzieher jedoch desinteressiert oder gar stressgeplagt, so können sie den Kindern wohl kaum ein gesundes Selbstvertrauen vermitteln. Sie selber müssen daher für eine ausgeglichene Lebensbasis sorgen. Wir Eltern gestalten den Rahmen, der in der kindlichen Entwicklung stattfindet. Hilfe statt Desinteresse ist hier angesagt, damit schaffen Eltern eine soziale Umwelt, die unseren Kindern ein positives Wachstum und Selbstbewusstsein ermöglicht.

Gemeinsamkeiten im täglichen Leben vermitteln dem Kind eine Vertrauensbasis, es erfährt so Akzeptanz und Zuwendung. Leider aber erzählen Kinder oft von ihren Familien, wo Trennung, Scheidung und die damit verbundenen Folgen, wie Streitigkeiten, Überbelastung, Angst, Schuldgefühle sowie Arbeitslosigkeit der Eltern und Armut vorherrschen.

Die daraus resultierenden Versagensängste, Leistungsdruck und Mobbing in der Schule führen oft zu körperlichem und seelischem Stress. Unsere Kinder besitzen von Natur aus elementare Lebenskompetenzen, Sie benötigen nur die Möglichkeiten, sie zu entwickeln, um auch auf ständige Überforderungsreaktionen in der Familie, Schule und im täglichen Leben selbstbewusst reagieren zu können. Ist dies nicht gewährleistet, reagieren sie immer wieder mit Stresssymptomen wie Allergien, Gereiztheit, Unruhe, Nervosität, Unlust, Aggressionen, Schlafstörungen, Essstörungen, Kopf- und Magenschmerzen.

Nicht nur das „Gute“ begegnet unseren Kindern im Alltag. Wie selbstbewusst, physisch und psychisch stark sie sind, ist entscheidend, ob es Opfer wird oder nicht. Es gibt für Kindererziehung keine Formeln und Rezepte, aber es gibt die Möglichkeit, sich selbst und unsere Kinder mehr wahrzunehmen. Erziehen bedeutet nicht, ein Kind zu formen, sondern es liebevoll zu begleiten.

Es ist daher unerlässlich, dass auch Eltern eine Bereitschaft entwickeln, ihr Kind zu Willensstärke und Entscheidungsfähigkeit zu erziehen. Um das zu erreichen, sollte man sich die Fragen stellen: Welche Erwartungshaltungen habe ich an mein Kind, sind sie vielleicht zu hoch? Wo fördere ich mein Kind und wo überfordere ich es?

Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. Was sie so dringend zu ihrer Entwicklung brauchen, ist, dass wir für sie mehr Zeit haben und ein Ruhepol sind.

Das ist der beste Schutz.

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