Nachgedanken

Da wäre noch was…
…Nachgedanken zu unserem letzten Salongespräch!

Alles hat seine Zeit – Stationen des Lebens“

Unsere beste Zeit ist jetzt, diese Erkenntnis wäre eine gute Alternative zur Hetzjagd unseres Lebens. Ist denn nicht alles viel zu schnell gegangen? Wo bleiben für uns die schönen Bilder des Lebens?

Das Gefühl, immer schneller zu leben, vieles erfüllen und mitnehmen zu müssen, macht viele Menschen krank. Arbeitnehmer klagen enorm über Zeitmangel und Zeitfristen. Die körperlichen Belastungen stagnieren, die physischen Belastungen nehmen dramatisch zu. Es entsteht eine Angst vor der Angst, im Job zu versagen, nicht mehr zu funktionieren.

Oft wird versucht, immer mehr in unsere Zeit zu stopfen. Wir erkaufen uns auch Güterwohlstand mit Zeitnot. Wir haben das Gefühl, nicht zu schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Die Nonstop-Gesellschaft kennt keinen Müßiggang. Wir sind unaufmerksam, gereizt, oft auch aggressiv und sehr übermüdet.

Aber immer wieder begegnen uns Menschen, die den Wunsch äußern, sich Zeit zurück zu kaufen. Zeit ist wahrscheinlich das „Kapitel“ der Konsumenten von morgen. Was sagt uns das? Wenn wir die Stationen des Lebens viel bewusster wahrnehmen, würden sich die Zeichen der Zeit auf das Wesentliche beschränken.

Aber was ist für jeden von uns das Wesentliche? Wir meinen, alles was uns gut tut, z.B. Erlebnisse, macht die Zeit intensiv und sorgt für ein Gefühl “erfüllten Daseins“. Auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Zeit für sich darf kein Ausnahmezustand oder Luxusgut werden, sie ist lebensnotwendig, auch um gesund zu bleiben. Ein Mindestmaß an Zeit für sich selbst darf niemals unterschritten werden, weil sonst die Seele hungert. Zeit für sich selbst ist daher eine wirklich erfüllende Freizeit – eben eine gute Zeit!

Gute Zeit ist seltsamerweise gut aufgehobene Zeit. Zeit, die man nicht so wahrnimmt, die man wieder erlebt wie ein Kind, die einem in der Erinnerung unendlich intensiv und lang vorkommt. Zum Beispiel die erste Liebe, die erste Reise allein ans Meer. Alles Bilder der Erinnerung und Gefühle, die wie Jahre an uns haften.

Was uns all dies sagen will ist, es ist die Achtsamkeit, die uns im hektischen Alltag oft abhanden gekommen ist. Wir sind Getriebene, die nicht im Augenblick leben, sondern immer bereits einen Schritt weiter sind. Achtsamkeit bedeutet auch, an all den Stationen des Lebens, sich bewusst darüber zu sein, was mit uns selbst in diesem Moment geschieht, aber auch, was um uns herum passiert. Es bedeutet, ganz im Augenblick zu leben.

Wenn wir also nur noch den künftigen Stationen unseres Lebens mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenken, sind wir authentisch, verstellen uns nicht und schlüpfen in keine Rollen, um uns und anderen etwas vorzumachen. Wenn wir daher ab und zu auch an kleinen Stationen innehalten, zur Ruhe kommen, spüren wir, dass auch die ganz kleinen Dinge des Lebens Halt bieten. Es kann ein Ritual sein, welches uns Struktur und Beständigkeit gibt.

Wenn alles seine Zeit hat, so ist es jetzt im Moment wesentlich, in unserer jetzigen von Krisen gebeutelten Zeit, über mehr Wertigkeiten nachzudenken. Wenn wir der uns zur Verfügung stehenden Zeit daher mehr Bedeutung beimessen und sie nicht verschwenden, belohnt sie uns mit mehr Sinn und Qualität.

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