Stress

„Leistungsfeind Stress“

Stress begleitet uns täglich im Beruf und im persönlichen Leben, er ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Er sagt uns, dass wir am Leben sind.
Beunruhigend ist Stress eigentlich nicht.

Sorgenvoll ist der toxische Stress, also das Übermaß, welches durch krankmachende Überforderungen entsteht. Dieser Stress sendet uns ganz wesentliche Warnsignale über unsere Art zu leben. Eigentlich ein positives Signal, welches auffordert, etwas zu verändern.

In meinem letzten Beitrag versprach ich, Ihnen Impulse für eine Unternehmenskultur ohne „negativen Stress“ zu geben. Durch meine Erfahrungswerte als langjährige Trainerin des Stressmanagements und der Kommunikation möchte ich das hiermit versuchen:

Wenn wir ganz ehrlich sind, leben wir doch alle in gewissen Lebensbereichen in Abhängigkeiten. Ganz einfach, wir brauchen einander. Völlige Unabhängigkeit gibt es nicht und totale Abhängigkeit wäre sehr belastend.

Daher ist der einzig vernünftige Weg zu einem langfristigen, erfolgreichen Ziel aller Beteiligten, dass es eine gegenseitige Abhängigkeit des Gebens und Nehmens geben muss. Abhängigkeit so verstanden bedeutet, dass es immer zwei Gewinner gibt.

Nach dem weit verbreiteten, negativen Prinzip „Ich verliere – Du gewinnst“, gewinnt natürlich die Unternehmensführung. Wenn es aber um die Gesundheit, also die Kultur eines Unternehmens geht, sollte dies immer im Interesse der Führung und der Mitarbeiter sein.

Damit dieses Prinzip funktioniert, muss es von einer starken Führungskraft geebnet werden. Der Kern basiert hier auf Vertrauen, es ist der Ursprung einer kreativen Zusammenarbeit.

Seien Sie auch in schwierigen Situationen oder Beziehungen grundsätzlich ein Vorbild für Ihre Mitarbeiter. Reden Sie miteinander und suchen Sie nach gemeinsamen Lösungen. Nur so und nicht anders ist der Einfluss auf Andere gewährleistet. Daraus entwickelt sich für alle Beteiligten eine Motivation und Verpflichtung für wirklich erstrebenswerte, gemeinsame Ziele.

Es gibt sehr viele Techniken zur Stressbewältigung, die Lösungen versprechen. Die, die tatsächlich erstrebenswerte Inhalte bieten, haben etwas Gemeinsames: Den Anreiz zu Veränderungen.

Vielleicht fragen Sie jetzt:
Was und wie soll ich denn etwas verändern?

Sie können Ihren toxischen bzw. negativen Stress zunächst einmal durch Ihre Einstellung abbauen, so nehmen Sie dem Stress das Bedrohliche. Sie gelangen dadurch zu einer neuen Neugier gegenüber stressigen Situationen, die Sie zu einer anderen Sichtweise führen und Sie positiv beeinflussen.

Der Stress wird dann überschaubar, wenn wir ihn nicht mehr als Bedrohung empfinden, sondern uns zum Handeln verpflichten. Wir alle können unsere Lebensereignisse, sei es unternehmerisch oder persönlich, nicht kontrollieren, aber unsere Reaktionen darauf!

Bedenken Sie dabei, zeigen sich in Ihrem Unternehmen negative Aspekte, dann erarbeiten Sie sich mit allen Beteiligten eine grundlegende, neue Philosophie, damit eine fruchtende Unternehmenskultur wachsen kann. Vergessen Sie nicht, Stress gehört zum Leben, der Umgang mit ihm und Ihre Einstellung dazu erleichtern so manche Situation spürbar.

Zu sagen wäre hier noch: Verringern Sie Ihr Anspruchsniveau bezüglich Leistung und Verhalten, denn unrealistische Erwartungen in vieler Hinsicht erzeugen grundsätzlich Stress.

Ein einfaches, elementares Mittel mit großer Wirkung bezüglich der Gesundheit, Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft aller Beteiligten im Unternehmen wächst aus der Qualität des Kommunikationsverhaltens.

Stress ist ein ganz natürlicher Vorgang, mit dem sich der Körper an die Anforderungen der Umwelt anpasst. Jeder Mensch verfügt über diesen Anpassungsmechanismus, der ihn in eine gesunde Einsatzbereitschaft versetzt. Er ist nichts anderes als die Antwort des Körpers auf bestimmte Anforderungen, ein Zustand des gesunden Angepasstseins an eine Situation.

Wenn wir alle es fertig bringen, uns den Stress zum Freund zu machen, dann erkranken wir nicht mehr an ihm, behalten einen klaren Kopf und finden Lösungen im Umgang damit. Eine lohnende Investition!

Wenn Sie interessiert sind, laden wir Sie in der kommenden Woche zu unserem Thema „Angst“ ein, einer der gewaltigsten, emotionalen Stressfaktoren!
In der übernächsten Woche gehen wir auf das allumgreifende Thema „Zeitdruck“ ein und fokussieren den Leistungsgewinn aus Ruhe und Gelassenheit!

Bis dahin, es grüßt Sie herzlich,
Renate Scharrer und Peer Bökelmann