Unsere Gesellschaft

Es ist Zeit für einen gesellschaftlichen Perspektivenwechsel.
Irgendwann muss man im Leben aufeinander zugehen können.

Vor über 45 Jahren haben wir die „gute Kinderstube“ verlassen. Den Anforderungen der heutigen Gesellschaft sind Viele nicht mehr gewachsen. Selbstbestimmungen jeglicher Art sind heute Markenzeichen eines Charakters. Gutes Benehmen ist daher spießig. Nicht wenige Menschen benehmen sich so, wie es ihnen gefällt. So funktioniert Gesellschaft sicher nicht, auch nicht mit neuen Medien.

Intelligenz wird mit dem Gaspedal verwechselt. Rücksichtslosigkeit ist das Resultat einer inhaltlosen Erziehung vergangener Generationen. Eltern wollten nicht mehr erziehen, „antiautoritär“ wurde zum Modebegriff. Durch Nichterziehung wurden Respektlosigkeit und Nullbock-Einstellungen gefördert. Den tieferen Sinn von Höflichkeit haben viele Menschen nie erfahren. Ungefälligkeit verbunden mit Gleichgültigkeit sind die Antworten darauf, sich der Höflichkeit zu entziehen.

Warum ist das so? Fürchten viele Machtpositionen zu verlassen, wenn festgefahrene Verhaltens- und Denkstrukturen aufbrechen? Höflichkeit bedarf schon einer etwas emotionaleren und empfindsameren Einstellung zu gewissen Situationen des täglichen Lebens. Haben Menschen Angst vor diesen Gefühlen? Geht man lieber auf Distanz? Ist das der Tod der Empathie? Wenn ja, dann befinden wir uns in einem Verdrängungsmechanismus der eigenen Gefühle. Was nützt uns das?

Gefühlsblockade ist dann schon die Basis für Krankheiten, Stress, Burnout. „Emotionale „Kondition“ erlangt der Mensch nur dann, wenn er fähig ist, auch Gefühle anderer wahrzunehmen. Hier bleibt eigentlich nur eine Erkenntnis, den Wert der Solidarität wieder zu erkennen und in Toleranz zu schulen, nicht nur bei Katastrophen.

Verhalten und benehmen kann sich heute Jeder wie er will, jedoch mindert er seine persönlichen und beruflichen Erfolgschancen enorm. Andererseits beginnt unsere Gesellschaft sich gerade durch diesen langsam klarer werdenden Mangel wieder langsam auf Lebensqualität zu besinnen.

Das ist erfreulich, denn dann haben Menschen wieder die Chance, eine Stabilität ihrer Persönlichkeit zu erlangen und erfahren so, wie sie selber sind und welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen. Hier an dieser Stelle wäre zuerst zu erkennen, dass der gleichgültige Umgang mit sich selbst und anderen Menschen in eine unausweichliche Sackgasse führt.

Wir befinden uns in einer immer hektischeren und stressgeplagteren Zeit, können Stress aber nicht ausschließen, ihm davonlaufen oder gar „bewältigen“. Er ist Bestandteil des Lebens, der Umgang mit ihm ist entscheidend. Hier hilft nur eine gewisse Wachheit gegenüber sich selbst und der Umwelt.

Erwähnen möchten wir noch, dass wir täglich Menschen begegnen, die ihre Ausstrahlungskraft verloren haben. Ihre innere Haltung gegenüber dem Leben lässt sich daran erkennen, dass sie ihre Authentizität, die Wahrhaftigkeit der eigenen Persönlichkeit nicht zur Geltung bringen. Man erkennt in ihrem Auftreten und Verhalten, dass sie wenig Umgangsformen, Stilempfinden und keinen Sinn für „Natürlichkeit“ besitzen.

Würden Bosse, Arbeitnehmer oder Menschen wie du und ich aufhören, mit coolen, oberflächlichen Auftritten zu imponieren und an ihrer emotionalen Grundausstattung arbeiten, gäbe es viel weniger Stressgeplagte und Burnout-Gefährdete. Die Achtsamkeit würde siegen und Einfühlungsvermögen in Bezug zu Anderen gewährleistet.

Individuelle Begegnungen würden Selbstentwicklungsprozesse in Gang setzen, Souveränität, Selbstbewusstsein, angenehmes Benehmen und Verhalten führen unausweichlich zu einer intakteren Gesellschaft.

Gleichgültigkeit hat hier keinen Raum mehr, da Menschen in den Genuss kommen, „Lebensart“ zu besitzen.

Gesellschaftliche Spielregeln werden nicht mehr wegrationalisiert. Werte und Vertrauen und Empathie führen weg von der Sachorientierung hin zur Menschenorientierung. Eine „Intelligenz der Emotionen“ tritt ein und eröffnet für jeden Menschen ganz neue Lebensperspektiven.

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